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04. Mai 2021 | Ein Bericht von DS/Fotos YART/FP
Vizeweltmeister Marvin Fritz schnellster Mann in Le Mans

Wie schon im letzten Jahr holte sich Marvin Fritz beim Abschlusstraining zum 24 h Rennen der Motorrad Langstreckenweltmeisterschaft (EWC) im französischen Le Mans die Pole Position. Der Traum vom Siegerpodest platzte allerdings für den Badener nach der Hälfte der Renndistanz Dank einem Motorschaden.

Bedingt durch die weltweite Pandemie kam es zu einer verlängerten Rennpause und Verschiebungen im EWC Terminkalender. Am vergangenen Wochenende fand erstmals in diesem Jahr mit rund zwei Monaten Verspätung das Auftaktrennen der Saison in Frankreich statt. Marvin Fritz und seine YART Teamkollegen Niccolo Canepa/ITA und Karel Hanika/CZE dominierten im Qualifying und sicherten sich wieder die Pole Position.

Fritz:“ Obwohl wir zu den offiziellen EWC Testläufen vor einigen Wochen in Le Mans im Gegensatz zu den anderen Teams nicht anwesend waren, verlief das Training sehr gut. Wir dachten es wird aufgrund des Trainingsrückstandes schwierig werden. Doch durch die perfekte und intensive Arbeit zwischen Team und Piloten schafften wir sogar als einziges Team eine Zeit mit 1:35 min und damit die schnellste Runde und fünf Punkte für unser Weltmeisterschaftskonto.“

Teamkollege Karel Hanika übernahm zu Beginn des 24h Rennen am vergangenen Samstagmittag die Yamaha und schob sich an die zweite Rennposition, hinter den EWC Weltmeister 2020, Gregg Black (Yoshimura Sert Motul Suzuki).

Im zweiten Stint übernahm Marvin Fritz die Yamaha und das Duell um Platz Eins war im vollen Gange. Fritz:“ Die ersten Stunden waren richtig heftig, die Hitze und die hohen Asphalttemperaturen waren ungewohnt. Dies mussten wir bei unserer Strategie berücksichtigen, durften am Anfang nicht zu stark zu pushen. Normalerweise fahren wir hier in Le Mans zwei Monate früher, das bedeutet für Mensch, Material und Reifen einen Temperaturunterschied von bis zu 20 Grad Celsius.“

Dennoch kämpfte das YART Team mit Marvin Fritz bis zum Einbruch der Nacht vorne mit. Fritz:“ In der Nacht waren wir das schnellste Team, Alles lief sehr konstant.“

Nach einem routinemäßigen Boxenstopp, bei welchem die Bremsen getauscht wurden, reihte sich Fritz wieder am Ende des Fahrerfeldes ein. Doch der Badener hatte nach rund 20 Runden über 10 Sekunden gutgemacht und den Zeitverlust an die Spitze wieder aufgeholt.

Knapp vor der Halbzeit des Rennens, Fritz fuhr gerade seinen vierten Stint, vernahm der noch amtierenden Vizeweltmeister einen lauten Knall mit plötzlichem Schubverlust an seiner YART Yamaha. Fritz:“ Ich befand mich auf der Geraden bei Vollgas, dann gab es einen lauten Knall. Irgendwie schaffte ich es zurück in die Box.“

Die Technik Crew des YART Teams zerlegte und reparierte in Rekordzeit den Motor der R1, jedoch ein weiterer Einsatz war infolge des Schadens nicht mehr machbar.

Fritz:“ Das Reglement der EWC erlaubt keinen Motoraustausch, damit war für uns das Rennen und der Podestplatz gelaufen. Ärgerlich, weil wir viel Zeit und Geld in die Vorbereitung auf diesen Saisonstart investiert hatten.“

Marvin Fritz und Teaminhaber Mandy Kainz zogen gemeinsam Resümee. Fritz:“ Wir waren die ganze Rennwoche ohne Sturz sehr schnell unterwegs, holten uns die Pole Position und haben mit dem Führungskampf gezeigt, dass wir Weltmeister Suzuki knacken können.“

Für die Pole und die Teilergebnisse während des Rennens erhält das YART Team insgesamt 14 Punkte und rangiert nach dem ersten Rennen der Saison auf Platz 10 in der Weltmeisterschaft. Für den 28jährigen Fritz ist die Weltmeisterschaft noch offen. Fritz:“ Der Titelkampf wird nicht einfach werden, aber aufgrund der unterschiedlichen Punkteprämien bei den noch ausstehenden drei Rennen ist viel machbar.“

Marvin Fritz grinst, wenn er an das nächste Rennen im Kalender Mitte Juli in Estoril/Portugal denkt. Fritz:“ Da haben wir letzten Jahr gesiegt.“

16. Juni 2021
WorldSBK Wildcard Einsatz von Marvin Fritz für Most geplant

Nach der Absage des 8h-Rennens in Oschersleben besteht der Kalender der Endurance-WM nur noch aus vier Rennen. Weil ein Profirennfahrer damit unterfordert ist, plant YART einen Wildcard-Einsatz für Marvin Fritz.

Weil sämtliche Bemühungen, einen Ersatztermin für das Acht-Stunden-Rennen in der Motorsport Arena Oschersleben gescheitert sind, musste die deutsche Runde zur Endurance-Weltmeisterschaft abgesagt werden. Damit gibt es mit Le Mans, Estoril, Le Castellet und Suzuka aus heutiger Sicht nur noch vier Veranstaltungen für die diesjährige WM-Serie.

Für einen Profirennfahrer, der sich ausschließlich der Langstrecken-WM verschrieben hat, stellt dies eine klare Unterforderung dar. Deswegen hat die Mannschaft YART für Marvin Fritz einen Wildcard-Einsatz in der Superbike-Weltmeisterschaft ins Auge gefasst.
«Ursprünglich dachten wir an Estoril, weil dort Marvin im Vorjahr beim Langstreckenrennen extrem schnell war. Terminlich ist das aber zu nahe am 24-Stunden-Rennen in Le Mans. Bei einer Verletzung, die man nie ausschließen kann, schließlich fährt er ja nicht nur, um dabei zu sein, hätte ich dann keinen gleichwertigen Ersatz für ihn. Deswegen haben wir diesen Plan wieder verworfen», erklärt sein Teamchef Mandy Kainz.

«Die Veranstaltung in Most passt besser in unsere Planung. Marvin hat dort bereits des Öfteren Rennen bestritten, es ist quasi ein halbes Heimrennen für ihn. Die gute Streckenkenntnis könnte ihm in die Karten spielen. Auch für seine Sponsoren dürfte es interessant sein, weil das Autodrom Most unweit der deutsch-tschechischen Grenze liegt und Anfang August vielleicht wieder Zuseher zugelassen sind.»

Aber auch ein Einsatz bei der WM-Runde am letzten September-Wochenende in Jerez ist noch nicht gänzlich vom Tisch. «Zu diesem Zeitpunkt lägen Le Mans, Estoril und Le Castellet bereits hinter uns. Das wäre aus teaminterner Sicht natürlich am besten.»
Bei einem abschließenden Test für das 24-Stunden-Rennen in Le Mans, bei dem neben dem YART-Fahrertrio Marvin Fritz, Karel Hanika und Niccolò Canepa auch die komplette Techniker-Crew vor Ort sein wird, erhält der deutsche Superbike-Champion 2016 auch die Gelegenheit, sich mit der Yamaha im Superbike-WM-Trimm anzufreunden.

«Von Montag bis Mittwoch nächster Woche haben wir die Rennstrecke in Brünn exklusiv gemietet. Als offizieller Yamaha-Testfahrer kann Niccolò Marvin beim Abstimmen der Maschine sicherlich wertvolle Tipps geben, schließlich hat er als offizieller Yamaha-Testfahrer das Motorrad mitentwickelt.»

04. Februar 2021
Vizeweltmeister Marvin Fritz fährt nach Winterpause Bestzeit

Ein Bericht von DS/Fotos YART/FP

Genau fünf Monate nach dem Gewinn der Vizeweltmeisterschaft absolvierte Langstreckenpilot Marvin Fritz vergangene Woche die ersten Testtage auf spanischem Boden.

Mit verschärften Corona Auflagen war das YART Trio Marvin Fritz, Niccolo Canepa und Karel Hanika für das erste Roll Out nach Almeria/ESP gereist. Marvin Fritz hatte nach zwei Testtagen keinerlei Anpassungsschwierigkeiten und lieferte spontan die schnellste Zeit von 1.36.108 min in Andalusien ab. Marvin Fritz:“ Wir haben sehr viele Kilometer abgespult, jede zweite Runde ein Boxenstopp eingelegt um die optimale Einstellung für Fahrwerk, Reifen und Elektronik zu finden“.

Für den zweiten Testabschnitt reiste das YART Team weiter in das rund 450 Kilometer entferne Valencia. Auf der 4,005 km langen Grand Prix Rennstrecke standen für Marvin Fritz und Co. nicht nur drei weitere Testtage mit Abstimmung der neuen Elektronik auf dem Programm, sondern auch ein Kräftemessen mit MotoGP & WorldSBK Piloten Marcel Schrötter, Jonas Folger, Jack Miller und Scott Redding.

Während Marvin Fritz am Tag Eins in der Box seinem Ärger über den staubigen Streckenzustand Luft machte, hob es Teamkollege Niccolo Canepa/ITA mit einer Knöchelfraktur aus dem Sattel. Am darauffolgenden Tag hatten auch Marvin Fritz und Karel Hannika/CZE, beide am gleichen Streckenabschnitt, Bodenkontakt. Glücklicherweise blieben die Schützlinge von Teamchef Mandy Kainz bis auf ein paar Kratzer unverletzt. Fritz:“ Nach Niccolos Ausfall waren Ich und Karel dauerhaft auf der Rennstrecke am Fahren, da wir ja mit zwei Bikes angereist waren. Die Rennstrecke in Valencia hat von Vierzehn neun Linkskurven, ist insgesamt sehr anspruchsvoll. Das war alles echt heftig“.

Doch der Dauereinsatz, der für Marvin Fritz mit teilweise blaue und angeschwollenen Handinnenflächen endete, hatte sich in zweierlei Hinsicht gelohnt:“ Wir konnten die neue Elektronik umfangreich testen. Mit den optimalen Werten sollten wir zukünftig im Renneinsatz Sprit sparen, bei längeren Distanzen vielleicht auch um einen Boxenstopp verkürzen. Zudem fuhren wir vor Folger, Redding, Schrötter und Co die schnellste Rundenzeit, nur eine Sekunde entfernt von der letztjährigen Bestzeit des MotoGP Ass Valentino Rossi“.

Zeit zum Ausruhen bleibt für den Badener Fritz keine. Anfang März steht der schon der erste Test der Langstreckenweltmeisterschaft (EWC) in Le Mans /FR auf dem Programm.

Youtube Video links vom Test
https://www.youtube.com/watch?v=t9jUAKqXx84
https://www.youtube.com/watch?v=JRvZ_RotYQo
https://www.youtube.com/watch?v=dkBNu-GFSjQ